Frannah von Rabenmund
Mittwochsgruppe (Mittwochslegenden)
Ich wurde am 5. Rahja als Frannah Rabenmund geboren, Tochter von Traviata von Rabenmund und Trautmann Fjoldrijn von Falkenberg-Rabenmund. Meine Eltern bilden das heilige Paar der Traviakirche und leiten das Kirchenamt in Rommilys, wo ich zusammen mit meinen vier Geschwistern aufwuchs: meinen drei Brüdern Alrik, Halmar und Fjordrin, sowie meiner Schwester Selina. Unsere Kindheit stand stets unter dem Banner der Travia: Liebe, Familie und Gemeinschaft waren die zentralen Werte unseres Lebens. Die Geborgenheit, die unser Zuhause ausstrahlte, war wie eine wärmende Flamme – doch manchmal auch ein erdrückender Mantel.
Schon früh spürte ich, dass meine Seele nach etwas Anderem strebte. Mit etwa zwölf Jahren begann ich, Rahja in meinen Gedanken Raum zu geben. Ihre Botschaft der Freude, der Lust und der Freiheit überwältigte mich. Es war, als wäre ich von einem Funken getroffen worden, der ein Feuer in meinem Herzen entfachte. Der Wendepunkt kam an einem Frühlingsabend, als ich im Garten unserer Residenz saß und zum ersten Mal eine Vision von Rahja hatte. Die Luft schien von ihrer Gegenwart erfüllt, und in diesem Moment wusste ich: Mein Weg gehört ihr.
Mit 14 Jahren entschied ich mich, meine Ausbildung zur Rahjageweihten in Gareth in der „Halle der Ekstase“ zu beginnen. Es war ein harter Schlag für meine Familie. Rahja’s Philosophie steht in starkem Kontrast zu Travia’s Lehren, und besonders meine Mutter konnte nur schwer akzeptieren, dass ich diesen Pfad wählte. Es gab viele hitzige Diskussionen, vor allem mit meinen Eltern. Meine älteren Brüder Alrik und Halmar standen auf ihrer Seite, während Fjordrin und Selina versuchten, Frieden zu stiften. Nach Monaten voller Streit und Tränen fanden wir schließlich einen Weg, die Differenzen zu überbrücken, doch die Narben blieben.
Die Beziehung zu meiner Familie ist heute respektvoll, wenn auch nicht völlig unbelastet. Meine Mutter fällt es immer noch schwer, meine Berufung zu verstehen, während mein Vater inzwischen versucht, meine Entscheidungen zu akzeptieren. Fjordrin und Selina sind meine engsten Verbündeten; sie schreiben mir regelmäßig und ermutigen mich in meinem Tun.
Meine Ausbildung in der „Halle der Ekstase“ war intensiv. Ich lernte alles über Rahja’s Lehren: die Kunst der Meditation, den Umgang mit der Rahja-Liturgie, die Organisation von Festen und Zeremonien sowie die Bedeutung von Kunst und Musik in ihrem Dienst. Besonders die Meditation fiel mir zunächst schwer; meinen Geist zur Ruhe zu bringen war eine Herausforderung. Mein Lehrmeister, Alaran von Sâlinde, half mir dabei, diese Hürde zu überwinden. Er war ein Mann von beeindruckender Weisheit und Charme – und derjenige, der das große Potenzial in mir sah. Alaran wurde mein Mentor, mein Vertrauter und vielleicht auch mehr, als es Rahja’s Lehren gestatteten. Die tiefen Gefühle, die ich für ihn hegte, waren ein Konflikt, den ich schließlich durch meine Entscheidung, auf Reisen zu gehen, löste.
Meine Abschlussprüfung war die Ausrichtung eines großen Rahja-Festes. Es war ein Fest der Sinne, voller Farben, Musik und Freude. Als Symbol meiner erfolgreichen Weihe ließ ich mir ein Rosenranken-Tattoo um die Taille stechen, gefertigt aus einer Mischung von zerriebenem Amethyst und Tharf. Dieses Tattoo ist für mich ein ständiges Zeichen meiner Hingabe an die Göttin.
Nach meiner Weihe erhielt ich von Alaran ein Abschiedsgeschenk: meine treue Warrunker Stute Shaya, deren Name „Juwel“ bedeutet. Mit ihr machte ich mich auf, um Aventurien zu bereisen und die verschiedenen Formen des Rahja-Glaubens zu ergründen. Mein erster Halt war der Rosentempel in Zorgan, wo ich ein halbes Jahr lang die Kunst der Meditation und der inneren Ruhe vertiefte. Von dort zog ich weiter gen Norden, um andere Rahja-Tempel zu besuchen, darunter die Tempel in Grangor, Festum und Punin.
Auf meinen Reisen begegnete ich vielen inspirierenden Menschen. In Zorgan lernte ich die Geweihte Samira von Hammadath kennen, die mir eine Freundin und Lehrerin wurde. In Festum schloss ich eine tiefe Freundschaft mit dem jungen Maler Aurelian von Berg; seine Kunst ist eine Hommage an Rahja selbst.
Nach 1,5 Jahren voller Abenteuer und Erkenntnisse bin ich auf dem Weg nach Belhanka, wo ich die Festtage vom 1. bis 7. Rahja erleben und mich als Kandidatin zur „Geliebten der Göttin“ aufstellen lassen möchte. Meine Familie? Selina schrieb mir kürzlich, dass sie inzwischen eine angesehene Travia-Geweihte in Rommilys ist. Alrik und Halmar sind als Verwalter des Familienbesitzes tätig, während Fjordrin die Güter meines Onkels in Almada leitet.
Mein Weg führt mich immer weiter, getragen von Shaya und der Gewissheit, dass Rahja mich leitet. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt.
Galerie
Frannah von Rabenmund
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